Bessere Möglichkeiten für Regenbogenfamilien

Seit Oktober 2017 können gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland heiraten und damit auch gemeinsam ein Kind adoptieren.
Schwule Paare können ein Kind nun gemeinsam adoptieren.
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Notarkammer Berlin. Gleichgeschlechtliche Paare dürfen seit Oktober 2017 auch in Deutschland heiraten. Damit gewährt der Staat homosexuellen Paaren die gleichen Rechte wie heterosexuellen. Bereits eingetragene Lebenspartnerschaften bleiben bestehen, können jedoch beim Standesamt in eine Ehe umgewandelt werden. Diese Umwandlung muss von beiden Partnern gleichzeitig und persönlich erfolgen. Lebenspartnerschaften können nun nicht mehr beim Standesamt eingetragen werden. Lebenspartnerschaftsverträge, die die Lebenspartner notariell abgeschlossen haben, behalten nach Umwandlung in eine Ehe als Eheverträge weiterhin Gültigkeit.

Gemeinsam ein Kind adoptieren

In der eingetragenen Lebenspartnerschaft ist der Weg zur sogenannten „Regenbogenfamilie“, in der Kinder mit lesbischen oder schwulen Eltern zusammen leben, umständlich. Nur ein einzelner Partner kann ein Kind adoptieren und erst im Anschluss ist die Adoption durch den anderen Partner möglich. Diese Sukzessivadoption ist bei Verheirateten nicht mehr nötig: Das gleichgeschlechtliche Ehepaar kann zusammen ein Kind adoptieren.

Mit Trauschein mehr Rechte

Zerbrechen Beziehungen ohne Trauschein oder erleidet einer der Partner einen Unfall oder eine schwere Krankheit, treten in „wilden Ehen“ oft unerwartete Schwierigkeiten auf. Das gilt sowohl für hetero- als auch für homosexuelle Paare. Ohne Vollmacht hat der andere Partner nicht mehr Rechte als ein Fremder und kann einen Arzt auch nicht von der Schweige-pflicht entbinden. Auch im gesetzlichen Erbrecht werden unverheiratete Paare nicht berücksichtigt. Da nicht einmal ein Pflichtteilsrecht für den Hinterbliebenen besteht, geht dieser oft leer aus, wenn nahe Verwandte Ansprüche geltend machen. Ein Testament, das gemeinsam handschriftlich verfasst wurde, ist bei unverheirateten Paaren nicht wirksam. Nach einer Trennung hat der Partner, der den Haushalt führte und weniger Rentenanwartschaften erworben hat als derjenige, der für das Familieneinkommen verantwortlich war, keinen Anspruch auf einen Versorgungsausgleich. Auch einen nachehelichen Unterhalt wie bei verheirateten Paaren gibt es ohne Trauschein nicht.

Wer sich von einem Notar zu diesen Themen beraten lassen möchte, findet im Internet unter www.notar.de den richtigen Ansprechpartner.

Redaktion: www.azetpr.com

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