Einen Erwachsenen adoptieren

Das Adoptionsrecht unterscheidet zwischen Volljährigen- und Minderjährigenadoption.
Auch Erwachsene können adoptiert werden.
© Monkey Business Images_shutterstock

Westfälische Notarkammer. Um Steuern zu sparen, kann die Adoption eines erwachsenen Kindes Vorteile bieten. Das Gesetz unterscheidet die Minderjährigenadoption (sog. Volladoption) und die Volljährigenadoption. Während bei der Minderjährigenadoption juristisch alle Verwandtschaftsbeziehungen zu der bisherigen Familie gekappt werden, bleiben diese bei der Volljährigenadoption bestehen und der Annehmende kommt nur als weiterer Elternteil hinzu.

Die Vorbereitungen für eine Adoption trifft ein Notar. Er beurkundet die Anträge zur Adoption und holt die erforderlichen Zustimmungserklärungen ein, die ebenfalls der notariellen Beurkundung bedürfen. Grundsätzlich müssen auch die jeweiligen Ehepartner der Adoption zustimmen.

Schließlich muss das Familiengericht in einem Anhörungstermin prüfen, ob die Adoption sittlich gerechtfertigt ist. Das bedeutet, es klärt die Frage, ob zwischen dem Annehmenden und dem Angenommenen ein Eltern-Kind-Verhältnis entstanden ist oder zu erwarten ist. Das Familiengericht muss auch allen Beteiligten rechtliches Gehör gewähren. Dies gilt insbesondere für die leiblichen Kinder der Adoptiveltern oder des Adoptivkindes. Widersprechen diese dem Adoptionsantrag, kann sich das Gericht trotzdem darüber hinwegsetzen, wenn es nach einer Abwägung zu dem Ergebnis kommt, dass die Adoption sittlich gerechtfertigt ist und die Gründe für die Adoption die Interessen der betroffenen Kinder der Beteiligten überwiegen.

Wer sich von einem Notar zu diesem Thema beraten lassen möchte, findet im Internet unter www.notar.de den richtigen Ansprechpartner.

Redaktion: www.azetpr.com.

 

Dieser Beitrag wurde unter Familienrecht veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.