Geheime Testamente – oft übersehen

Versteckte Testamente werden leicht übersehen.
Im Geheimen aufbewahrt nützt ein Testament nicht viel.
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Notarkammer Berlin. Streit kommt in den besten Familien vor. Erbauseinandersetzungen gehören dabei zu den unerfreulichsten Streitigkeiten überhaupt. Sie werden mit unerbittlicher Härte vor Gericht geführt. Ein vom Notar beurkundetes Testament kann dies verhindern. Doch ein notarielles Testament kostet Geld.

Privatschriftliche Testamente oft fehlerhaft

Trotzdem lohnt sich der Gang zum Notar. Der Erblasser wird von einem Fachmann beraten, der ihn vor unüberlegten Entschlüssen und ungeschickten Formulierungen im Testament schützt. Denn oft tauchen in privatschriftlichen Testamenten Begriffe auf, deren Wirkung und Tragweite für den Erblasser unbekannt sind. Wirkt hingegen ein Notar bei der Erstellung eines Testaments mit, so erhält der Erblasser Kenntnis über die gesetzlich möglichen Gestaltungsformen. Der Notar garantiert, dass der „letzte Wille” formell richtig wiedergegeben wird und die Anordnungen zur Erbschaft klar und eindeutig im Testament angegeben sind.

Aufbewahrung durch Notar

Neben formellen und inhaltlichen Fehlern bei einem Testament, das ohne Notar einfach in einem Geheimfach versteckt wird, besteht ferner die Gefahr, dass der erste Finder das gefundene Schriftstück verändert. Oder es ist so gut versteckt, dass es gar nicht erst entdeckt wird. Wird das Testament von einem Notar beurkundet, ist dieser verpflichtet, das Testament unverzüglich in einem versiegelten Umschlag in die amtliche Verwahrung des Amtsgerichtes seines Bezirks zu geben. Dort wird das Testament aufbewahrt bis der Todesfall eintritt und danach vom Amtsgericht eröffnet.

Kein Erbschein benötigt

Ein notariell beurkundetes Testament hat ferner den Vorteil, dass die Erben keinen Erbschein mehr beantragen müssen. Das spart Kosten und Zeit. Bei der Übertragung von Grundbesitz oder Bankkonten an die Erben, ersetzt das notarielle Testament den Erbschein.

Redaktion: www.azetpr.com

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