Gütertrennung nicht immer klug


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Schleswig-Holsteinische Notarkammer. Scheidungen können gravierende Auswirkungen auf das Vermögen der Eheleute haben. Deshalb sollte sich das Paar vor der Eheschließung überlegen, was mit ihrem Vermögen geschehen soll.

Entscheidet sich das Paar z.B. für eine Gütertrennung muss diese vertraglich vereinbart werden. Der Vertrag muss von einem Notar beurkundet werden.

In diesem Fall verfügt nach der Eheschließung jeder für sich über sein eigenes Vermögen, das ohne Zustimmung des anderen ausgegeben, veräußert oder verschenkt werden darf. Gleiches gilt für die Zeit nach der Scheidung: Eine finanzielle Aufteilung findet nicht statt.

Der entscheidende Vorteil einer Gütertrennung liegt darin, dass die Vermögen klar getrennt sind und getrennt bleiben.

Die strikte Vermögenstrennung ist sinnvoll, wenn ein Ehegatte weitaus mehr verdient als der andere, wenn ein Ehegatte ein Unternehmen besitzt, das bei einer Trennung durch fällig werdende Ausgleichszahlung nicht gefährdet werden soll oder wenn ein Ehepartner Vermögenswerte, wie z.B. Immobilien besitzt, an deren Wertsteigerungen der andere Ehegatte nicht teilhaben soll.

In diesen Fällen muss die Gütertrennung aber nicht unbedingt die richtige Lösung sein.  Die Gütertrennung hat auch Nachteile: Hat während der Ehezeit nur ein Ehegatte Vermögen erwirtschaftet, kommt dem anderen davon nach der Scheidung nichts zugute, selbst dann nicht, wenn dieser Ehegatte zum Beispiel durch seine Mitarbeit im Unternehmen indirekt an der Gewinnbildung beteiligt oder nur zeitlich beschränkt erwerbstätig war und deshalb geringere Einkünfte hatte.

Auch erbrechtlich kann sich die Gütertrennung ungünstig auswirken. Der Erbteil des überlebenden Ehegatten ist in der Regel niedriger als bei der Zugewinngemeinschaft. Das ererbte Vermögen unterliegt der Erbschaftssteuer, während ein Zugewinnausgleich steuerfrei ist.

Oftmals bietet der Zwischenweg eine sinnvolle Alternative: Mit einer sogenannten modifizierten Zugewinngemeinschaft hat das Ehepaar die Möglichkeit, die Vermögensverhältnisse individuell zu regeln. Hier besteht großer Gestaltungsspielraum. Auch ein solcher Vertrag muss notariell beurkundet werden.

Die Eheleute können zum Beispiel vereinbaren, dass bestimmte Vermögensteile, wie Firmenbeteiligungen oder eine Immobilie im Falle einer Scheidung keinem Ausgleich unterliegen. Ausgleichsansprüche können begrenzt oder Ratenzahlungen vereinbart werden. Unternehmensbewertungen können ausgeschlossen werden.

Zur Frage, welche Art der Eigentumsaufteilung sich für das Paar am besten eignet, berät Sie der Notar Ihres Vertrauens. Notare finden Sie im Internet unter www.notar.de.

Redaktion: www.azetpr.com.

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