Populäre Rechtsirrtümer im Familienrecht


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Notarkammer Berlin. Wer einen notariellen Ehevertrag wünscht, um sich gegen die Gläubiger des Ehegatten abzusichern, muss beachten, dass ein Ehevertrag nur das Verhältnis der Ehepartner untereinander sichert. Die Notarkammer klärt über weit verbreitete Rechtsirrtümer rund um Unterhaltspflichten, Scheidung und Eheverträge auf.

Ein Ehevertrag kann Unterhaltsansprüche und Vermögensfragen regeln oder aber erbrechtliche Bezüge haben. Geschäftsbeziehungen oder Verträge der Eheleute mit Dritten gehören nicht zu diesen Regelungen. Lediglich indirekt kann durch Verteilung des Eigentums und Gütertrennung eine ähnliche Wirkung erzielt werden. Dies ist aber nicht Inhalt des Ehevertrags sondern nur ein Nebeneffekt.

Unterhalt für volljährige Kinder nach Auszug
Volljährige Kinder, die vor dem 21. Lebensjahr in eine eigene Wohnung ziehen, erhoffen sich häufig den Unterhalt, den vormals der Erziehungsberechtigte erhielt. Dieser Anspruch verfällt aber mit dem Auszug. Bezugsberechtigt sind dann zunächst minderjährige und volljährige Geschwister, die noch im Elternhaus leben. Anschließend erhalten Ehegatten, die Kinder betreuen, und Ehegatten, die keine Kinder betreuen, Unterhalt. Erst danach sind Ansprüche der volljährigen Kinder zu berücksichtigen, wenn sich diese noch in einer Ausbildung oder im Studium befinden und andere Unterhaltsberechtigte selbst genügend verdienen.

An Besuchswochenenden kein Unterhalt
Viele Unterhaltspflichtige glauben, den Kindesunterhalt während der Besuchskontakte aussetzen zu können. Dies ist falsch. Wochenenden oder Ferien bei dem Pflichtigen fallen nicht ins Gewicht, da der betreuende Elternteil auch weiterhin die Kosten für die Miete, Nebenkosten, Versicherungen, sportliche und musische Aktivitäten etc. fortlaufend zu begleichen hat.

Ein gemeinsamer Anwalt bei Scheidung spart Kosten
Weitverbreitet ist immer noch die Annahme, dass sich ein scheidungswilliges Paar einen gemeinsamen Anwalt nehmen kann. Dies ist nicht der Fall. Rechtsanwälte sind parteiliche Interessenvertreter – anders als Notare – und begehen den Straftatbestand des Parteiverrats (§ 356 StGB), wenn sie Eheleute gemeinsam beraten.

Wer sich im Vorfeld von einem Notar zu diesem Thema beraten lassen möchte, findet im Internet unter www.notar.de den richtigen Ansprechpartner.

Redaktion: www.azetpr.com.

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