Vorsorge

Für Schicksalsschläge vorsorgen

Privat aufgesetzte Patienten- und Betreuungsverfügungen bieten großen Spielraum für Anfechtungsgründe. Bei Verlust gibt es keine Möglichkeit, die darauf vereinbarten Forderungen wirksam zu machen.

Patienten- und Betreuungsverfügungen sollten immer im Beisein eines Notars erstellt werden, um Anfechtungsgründe zu umgehen. © RACORN_SHUTTERSTOCK.COM

Schleswig-Holsteinische Notarkammer. Unfall, Infarkt, Schlaganfall – oftmals kann man nach einem Schicksalsschlag nicht mehr selbst bestimmen, ob Ärzte eine künstliche Ernährung, Beatmung oder vielleicht eine Organtransplantation vornehmen sollen. Dann müssen Klinik oder Vormundschaftsrichter diese Fragen klären. Wer nicht will, dass das Vormundschaftsgericht entscheidet, sollte eine Vorsorgevollmacht, eine Patienten- und Betreuungsverfügung aufsetzen.

Wer solche Vollmachten selbst anfertigt, riskiert, dass Geschäftspartner oder Behörden diese nicht anerkennen. Denn schließlich habe niemand überprüft, ob der Unterzeichner auch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte war, so das Anfechtungsargument. Und kommt eine Vollmacht abhanden, so muss sie neu errichtet werden. Das ist aber nicht mehr möglich, wenn der Erklärende zwischenzeitlich geschäftsunfähig geworden ist.

Wurden die Vollmachten hingegen beurkundet, so sind sie nicht nur rechtlich einwandfrei formuliert, sondern auch vor Verlust geschützt. Der Notar ist verpflichtet die Urkunde dauerhaft aufzubewahren. Geht ein den Beteiligten ausgefertigtes Exemplar einer Vollmacht verloren, kann der Notar unproblematisch eine neue Ausfertigung erteilen. Es entstehen keine weiteren Beurkundungskosten.

Bei der Beurkundung stellt der Notar nach eigenem Vermögen neben der Identität auch die Geschäftsfähigkeit des Erklärenden fest, so dass die notariell beurkundeten Vollmachten ein hohes Vertrauen im Rechtsverkehr genießen. Anfechtungsgründe zu finden, ist deshalb um ein Vielfaches schwerer, als wenn der Betroffene eine Vollmacht am privaten Schreibtisch erstellt hat.

Wer sich von einem Notar über dieses Thema beraten lassen möchte, findet diese im Internet unter www.notar.de.

Redaktion: www.azetpr.com

Kommentare sind geschlossen

Theme von Anders Norén